Jugendliche in der Qualifikationsphase und Eltern, die die Anforderungen der Deutschklausuren verstehen wollen.
Aufsatzformen in Deutsch
In Deutsch verliert man Punkte selten am Inhalt. Man verliert sie, weil man die falsche Textsorte geschrieben hat.
Vier Aufgabenarten
1
Interpretation literarischer Texte
Gedicht, Kurzprosa oder Dramenauszug. Verlangt ist eine Deutungshypothese am Anfang, die der Text dann stützt. Wer chronologisch nacherzählt und am Ende ein Fazit anhängt, hat die Form verfehlt, auch wenn jede Beobachtung stimmt.
2
Analyse pragmatischer Texte
Kommentar, Rede, Essay. Hier geht es um Aufbau und Argumentationsweise, nicht um die eigene Meinung. Die häufigste Fehlleistung ist, mit dem Autor zu diskutieren statt zu beschreiben, wie er vorgeht.
3
Erörterung
Mit oder ohne Textgrundlage, je nach Aufgabe. Entscheidend ist eine These, die man tatsächlich vertritt, und ein Gegenargument, das ernst genommen wird. Aufgereihte Pro-und-Contra-Listen ohne Position bleiben im Mittelfeld.
4
Materialgestütztes Schreiben
Aus mehreren Materialien einen eigenen Text für einen benannten Adressaten verfassen. Die Leistung besteht im Auswählen und Verknüpfen; wer alle Materialien der Reihe nach referiert, erfüllt den Auftrag nicht.
Welche dieser Arten zur Wahl stehen und welche Pflichtlektüren zugrunde liegen, legen die Länder fest — die Lektürelisten wechseln jahrgangsweise und stehen im jeweiligen Landesportal, verlinkt auf den Landesseiten.
Die Wahl in der Klausur
Zwei Aufgaben zur Wahl, fünf Minuten Entscheidungszeit, vier Stunden Folgen. Wer nach dem Thema wählt, das ihm liegt, wählt falsch; sinnvoller ist die Frage, zu welcher Form man am zuverlässigsten strukturierte Texte schreibt.
- Sichere Textsortenkenntnis schlägt inhaltliches Interesse.
- Ein Gedicht, das man nicht versteht, bleibt vier Stunden unverständlich — der Sachtext ist dann die ruhigere Wahl.
- Vor dem Schreiben zehn Minuten gliedern. Das ist keine verlorene Zeit, sondern die Versicherung gegen den Bruch in der Mitte.
- Die Deutungshypothese steht am Anfang, nicht am Ende. Sie darf sich beim Schreiben ändern, dann wird sie umgeschrieben.
Woran gezielt gearbeitet werden kann
Deutsch gilt als das Fach, in dem man wenig machen kann. Das stimmt für Sprachgefühl, nicht für Aufsatzformen: Aufbau, Einleitungssätze, Zitierweise und Überleitungen sind Handwerk und in einem Halbjahr deutlich zu verbessern.
Der wirksamste Weg ist ein geschriebener Text pro Woche, der mit Korrekturzeichen und Begründung zurückkommt. Nicht mehr — aber auch nicht weniger, denn ohne eigenes Schreiben verändert sich nichts. Wie eine Stunde bei uns abläuft, steht unter So läuft der Unterricht.
Kurz gefragt
Kann man Deutsch überhaupt gezielt verbessern?
Wie viele Übungsaufsätze sind nötig?
Muss man die Pflichtlektüren auswendig kennen?
Stand der Angaben: . Schulrechtliche Auskünfte ersetzen nicht das Gespräch mit der Schule.
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Erstgespräch anfragen
Bundesland, Klasse und Fach genügen für den Anfang. Daraus wird eine Einschätzung: was im dortigen Schulsystem ansteht, woran es hakt und wer dafür die passende Lehrkraft ist.
- Zwanzig Minuten, ohne Kosten
- Feste Wochentermine ab dem Nachmittag
- Erst danach entscheiden Sie