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Deutschland nach Bundesländern

Schulrecht ist Ländersache. Sechzehn Seiten erklären, welche Schulformen es gibt, wie die Abschlüsse dort heißen, wann der Übergang stattfindet und wie lange es bis zum Abitur dauert.

Alle 16 Landesseiten

  • Südwesten, zwischen Rhein, Schwarzwald und Bodensee

    Baden-Württemberg

    Baden-Württemberg baut sein Schulsystem gerade um, und zwar an beiden Enden: unten der neue Übergang mit Kompass 4, oben die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. Für Familien heißt das, dass die Erfahrung älterer Geschwister nur noch bedingt weiterhilft — Stundentafel, Prüfungsdruck und Zeitpunkte verschieben sich Jahrgang für Jahrgang.

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  • Südosten, größtes Flächenland der Bundesrepublik

    Bayern

    In keinem anderen Bundesland hängt so viel an einer einzigen Zahl wie in Bayern. Der Notenschnitt im Übertrittszeugnis entscheidet, welche Schulart ohne weitere Prüfung offensteht — und er entsteht aus Leistungen, die in der dritten und vierten Klasse erbracht werden, also in einem Alter, in dem Kinder sehr unterschiedlich weit sind.

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  • Stadtstaat, zugleich größte Schulverwaltung eines einzelnen Ballungsraums

    Berlin

    Berlin verteilt die Entscheidung über die Schullaufbahn auf zwei Zeitpunkte: die Förderprognose am Ende der sechsjährigen Grundschule und das Probejahr in Klasse 7 am Gymnasium. Wer es nicht besteht, wechselt an eine Sekundarschule — und braucht dort nicht weniger Unterstützung, sondern eine andere.

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  • Nordosten, Flächenland rund um Berlin

    Brandenburg

    Brandenburg teilt mit Berlin die sechsjährige Grundschule und in Teilen sogar die Prüfungsaufgaben, hat aber ein ganz anderes Problem: Fläche. Zwischen Prignitz, Uckermark und Lausitz sind weiterführende Schulen weit auseinander, Schulbusse fahren nach Fahrplan und nicht nach Stundenplan.

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  • Kleinstes Bundesland, zwei Städte: Bremen und Bremerhaven

    Bremen

    Bremen hat sein System radikal vereinfacht: Statt drei oder vier Schularten gibt es Oberschule und Gymnasium, beide führen zum Abitur, nur in unterschiedlicher Zeit. Das nimmt Druck aus Klasse 4 — und verschiebt ihn nach hinten, in die Frage, ob nach Klasse 10 die Oberstufe folgt.

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  • Stadtstaat im Norden, zweitgrößte Stadt Deutschlands

    Hamburg

    Hamburg hat den Übergang entschärft und dafür eine Hürde in die Mitte gelegt: Am Ende von Klasse 6 wird am Gymnasium überprüft, ob es weitergeht. Wer diese Überprüfung nicht besteht, wechselt zur Stadtteilschule — und zwar mitten in der Pubertät, was die Sache selten leichter macht.

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  • Mitte Deutschlands, mit dem Ballungsraum Rhein-Main

    Hessen

    Hessen lässt den Kindern in vielen Schulen zwei zusätzliche Jahre Zeit: Die Förderstufe in den Klassen 5 und 6 verschiebt die Entscheidung über den Bildungsgang nach hinten. Das ist pädagogisch sinnvoll und für Familien manchmal verwirrend, weil die Weichenstellung dann still über Kursniveaus läuft statt über einen sichtbaren Schulwechsel.

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  • Nordosten an der Ostsee, am dünnsten besiedeltes Bundesland

    Mecklenburg-Vorpommern

    Mecklenburg-Vorpommern hat die geringste Bevölkerungsdichte aller Bundesländer, und das prägt den Schulalltag stärker als jede Verordnung: lange Busfahrten, kleine Jahrgänge, wenige weiterführende Schulen je Landkreis. Ein privates Nachhilfeinstitut gibt es außerhalb von Rostock, Schwerin und Stralsund kaum.

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  • Nordwesten, zweitgrößtes Flächenland

    Niedersachsen

    Niedersachsen hat die meisten Schulformen im Angebot und überlässt die Wahl den Eltern. Das klingt entspannt, verlagert die Verantwortung aber vollständig in die Familie — ohne Notenhürde, aber auch ohne Sicherheitsnetz, wenn die Einschätzung daneben liegt.

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  • Westen, bevölkerungsreichstes Bundesland

    Nordrhein-Westfalen

    In Nordrhein-Westfalen entscheidet nicht der Übergang nach Klasse 4 über die Laufbahn, sondern der Qualifikationsvermerk am Ende von Klasse 10. Er hängt an einem festgelegten Notenbild in den Hauptfächern — zwei Vieren an der falschen Stelle, und die Oberstufe ist auf direktem Weg versperrt.

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  • Westen, zwischen Eifel, Hunsrück und Oberrhein

    Rheinland-Pfalz

    Die Realschule plus ist die rheinland-pfälzische Besonderheit: zwei Bildungsgänge in einer Schule, mit der Entscheidung über den angestrebten Abschluss im laufenden Betrieb statt an einem Stichtag. Für Kinder, die sich langsam entwickeln, ist das ein Vorteil — vorausgesetzt, jemand behält im Blick, welches Niveau gerade angesteuert wird.

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  • Südwesten an der Grenze zu Frankreich, kleinstes Flächenland

    Saarland

    Das Saarland hat sein System auf zwei Säulen reduziert und ist zugleich zum neunjährigen Gymnasium zurückgekehrt. Damit stehen derzeit zwei Generationen nebeneinander in der Schule, die unterschiedlich lange bis zum Abitur brauchen — und deren Stoffverteilung in der Mittelstufe nicht deckungsgleich ist.

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  • Osten, mit den Ballungsräumen Leipzig, Dresden und Chemnitz

    Sachsen

    Sachsen kombiniert eine an Noten gebundene Bildungsempfehlung mit dem Abitur nach zwölf Jahren. Beides zusammen macht die Mittelstufe dicht: Derselbe Stoff, den andere Länder auf neun Jahre verteilen, wird hier in acht untergebracht.

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  • Mitte-Ost, zwischen Harz, Altmark und Elbe

    Sachsen-Anhalt

    Sachsen-Anhalt gehört zu den Ländern mit Abitur nach zwölf Jahren und zugleich zu denen mit dem größten Unterrichtsausfall. Beides zusammen führt dazu, dass Stoff nicht nur schnell, sondern manchmal gar nicht behandelt wird — und Familien das erst bei der nächsten Klassenarbeit merken.

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  • Nördlichstes Bundesland, zwischen Nord- und Ostsee

    Schleswig-Holstein

    Schleswig-Holstein setzt auf zwei Schularten und hat den Übergang bewusst offen gehalten. Die Gemeinschaftsschule arbeitet mit Anspruchsebenen statt mit Bildungsgängen — welches Niveau ein Kind gerade bearbeitet, steht nicht im Schulnamen, sondern im Fach.

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  • Mitte Deutschlands, zwischen Thüringer Wald und Harz

    Thüringen

    Thüringen hält zwei Modelle nebeneinander: die klassische Regelschule, die Haupt- und Realschulabschluss unter einem Dach führt, und die Gemeinschaftsschule, die gemeinsames Lernen bis Klasse 8 ermöglicht. Welches vor Ort verfügbar ist, hängt vom Landkreis ab.

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Was die Länder unterscheidet

Schulformen und Dauer bis zum Abitur im direkten Vergleich. Die Einzelheiten samt Fundstelle stehen auf der jeweiligen Landesseite.

LandSchulformen neben dem GymnasiumAbitur regulär in
Baden-WürttembergWerkrealschule und Hauptschule, Realschule, GemeinschaftsschuleKlasse 12 oder 13
BayernMittelschule, Realschule, WirtschaftsschuleKlasse 13
BerlinIntegrierte Sekundarschule (ISS), GemeinschaftsschuleKlasse 12 (Gymnasium) oder 13 (ISS)
BrandenburgOberschule, GesamtschuleKlasse 12 oder 13
BremenOberschuleKlasse 12 (Gymnasium) oder 13 (Oberschule)
HamburgStadtteilschuleKlasse 12 (Gymnasium) oder 13 (Stadtteilschule)
HessenHauptschule, Realschule, Mittelstufenschule, GesamtschuleKlasse 12 oder 13
Mecklenburg-VorpommernRegionale Schule, GesamtschuleKlasse 12
NiedersachsenHauptschule, Realschule, Oberschule, Integrierte GesamtschuleKlasse 13
Nordrhein-WestfalenHauptschule, Realschule, Sekundarschule, GesamtschuleKlasse 13
Rheinland-PfalzRealschule plus, Integrierte GesamtschuleKlasse 12 oder 13
SaarlandGemeinschaftsschuleKlasse 13
SachsenOberschule, GemeinschaftsschuleKlasse 12
Sachsen-AnhaltSekundarschule, Gemeinschaftsschule, GesamtschuleKlasse 12
Schleswig-HolsteinGemeinschaftsschuleKlasse 13
ThüringenRegelschule, Gemeinschaftsschule, GesamtschuleKlasse 12
LandAbschlüsse und Klassenstufe
Baden-WürttembergHauptschulabschluss Klasse 9Werkrealschulabschluss Klasse 10Realschulabschluss Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 12 oder 13
BayernErfolgreicher Abschluss der Mittelschule Klasse 9Qualifizierender Abschluss der Mittelschule (Quali) Klasse 9Mittlerer Schulabschluss Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 13
BerlinBerufsbildungsreife (BBR) Klasse 9Erweiterte Berufsbildungsreife (eBBR) Klasse 10Mittlerer Schulabschluss (MSA) Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 12 (Gymnasium) oder 13 (ISS)
BrandenburgBerufsbildungsreife (BBR) Klasse 9Erweiterte Berufsbildungsreife (EBR) Klasse 10Fachoberschulreife (FOR) Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 12 oder 13
BremenEinfache Berufsbildungsreife Klasse 9Erweiterte Berufsbildungsreife Klasse 10Mittlerer Schulabschluss Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 12 (Gymnasium) oder 13 (Oberschule)
HamburgErster allgemeinbildender Schulabschluss (ESA) Klasse 9Mittlerer Schulabschluss (MSA) Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 12 (Gymnasium) oder 13 (Stadtteilschule)
HessenHauptschulabschluss Klasse 9Qualifizierender Hauptschulabschluss Klasse 9Mittlerer Abschluss (Realschulabschluss) Klasse 10Allgemeine Hochschulreife (Landesabitur) Klasse 12 oder 13
Mecklenburg-VorpommernBerufsreife Klasse 9Mittlere Reife Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 12
NiedersachsenHauptschulabschluss Klasse 9Sekundarabschluss I – Hauptschulabschluss Klasse 10Sekundarabschluss I – Realschulabschluss Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 13
Nordrhein-WestfalenHauptschulabschluss Klasse 9Hauptschulabschluss nach Klasse 10 Klasse 10Mittlerer Schulabschluss (Fachoberschulreife) Klasse 10Fachoberschulreife mit Qualifikationsvermerk Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 13
Rheinland-PfalzBerufsreife Klasse 9Qualifizierter Sekundarabschluss I Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 12 oder 13
SaarlandHauptschulabschluss Klasse 9Mittlerer Bildungsabschluss Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 13
SachsenHauptschulabschluss Klasse 9Qualifizierender Hauptschulabschluss Klasse 9Realschulabschluss Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 12
Sachsen-AnhaltHauptschulabschluss Klasse 9Qualifizierter Hauptschulabschluss Klasse 9Realschulabschluss Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 12
Schleswig-HolsteinErster allgemeinbildender Schulabschluss (ESA) Klasse 9Mittlerer Schulabschluss (MSA) Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 13
ThüringenHauptschulabschluss Klasse 9Qualifizierender Hauptschulabschluss Klasse 9Realschulabschluss Klasse 10Allgemeine Hochschulreife Klasse 12

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Bundesland, Klasse und Fach genügen für den Anfang. Daraus wird eine Einschätzung: was im dortigen Schulsystem ansteht, woran es hakt und wer dafür die passende Lehrkraft ist.

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