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Nachhilfe Wow

Der Übergang auf die weiterführende Schule

Es gibt in Deutschland keinen einheitlichen Übergang. Wann gewechselt wird und wer entscheidet, ist die Frage, bei der sich die Länder am stärksten unterscheiden.

Zwei Zeitpunkte, drei Verfahren

In vierzehn Ländern endet die Grundschule nach Klasse 4. In Berlin und Brandenburg dauert sie sechs Jahre, die Entscheidung fällt also zwei Jahre später — mit dem Vorteil, dass die Einschätzung belastbarer ist, und dem Nachteil, dass ein Wechsel kurz vor der Pubertät stattfindet.

VerfahrenWer entscheidetLänder (Beispiele)
ElternwilleDie Grundschule berät und empfiehlt, entscheiden dürfen die ElternNiedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein
Notengebundene EmpfehlungEin festgelegter Notendurchschnitt öffnet die Schulart; sonst Probeunterricht oder AufnahmeprüfungBayern, Sachsen, Thüringen, Brandenburg
Mehrteiliges VerfahrenKompetenzmessung, Konferenz und Elternwunsch zusammen, mit Test als letzter InstanzBaden-Württemberg

Vereinfachte Übersicht. Die Einzelheiten und die Fundstelle stehen auf der jeweiligen Landesseite.

  • Südwesten, zwischen Rhein, Schwarzwald und Bodensee

    Baden-Württemberg

    Baden-Württemberg baut sein Schulsystem gerade um, und zwar an beiden Enden: unten der neue Übergang mit Kompass 4, oben die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. Für Familien heißt das, dass die Erfahrung älterer Geschwister nur noch bedingt weiterhilft — Stundentafel, Prüfungsdruck und Zeitpunkte verschieben sich Jahrgang für Jahrgang.

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  • Südosten, größtes Flächenland der Bundesrepublik

    Bayern

    In keinem anderen Bundesland hängt so viel an einer einzigen Zahl wie in Bayern. Der Notenschnitt im Übertrittszeugnis entscheidet, welche Schulart ohne weitere Prüfung offensteht — und er entsteht aus Leistungen, die in der dritten und vierten Klasse erbracht werden, also in einem Alter, in dem Kinder sehr unterschiedlich weit sind.

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  • Stadtstaat, zugleich größte Schulverwaltung eines einzelnen Ballungsraums

    Berlin

    Berlin verteilt die Entscheidung über die Schullaufbahn auf zwei Zeitpunkte: die Förderprognose am Ende der sechsjährigen Grundschule und das Probejahr in Klasse 7 am Gymnasium. Wer es nicht besteht, wechselt an eine Sekundarschule — und braucht dort nicht weniger Unterstützung, sondern eine andere.

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  • Nordosten, Flächenland rund um Berlin

    Brandenburg

    Brandenburg teilt mit Berlin die sechsjährige Grundschule und in Teilen sogar die Prüfungsaufgaben, hat aber ein ganz anderes Problem: Fläche. Zwischen Prignitz, Uckermark und Lausitz sind weiterführende Schulen weit auseinander, Schulbusse fahren nach Fahrplan und nicht nach Stundenplan.

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  • Kleinstes Bundesland, zwei Städte: Bremen und Bremerhaven

    Bremen

    Bremen hat sein System radikal vereinfacht: Statt drei oder vier Schularten gibt es Oberschule und Gymnasium, beide führen zum Abitur, nur in unterschiedlicher Zeit. Das nimmt Druck aus Klasse 4 — und verschiebt ihn nach hinten, in die Frage, ob nach Klasse 10 die Oberstufe folgt.

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  • Stadtstaat im Norden, zweitgrößte Stadt Deutschlands

    Hamburg

    Hamburg hat den Übergang entschärft und dafür eine Hürde in die Mitte gelegt: Am Ende von Klasse 6 wird am Gymnasium überprüft, ob es weitergeht. Wer diese Überprüfung nicht besteht, wechselt zur Stadtteilschule — und zwar mitten in der Pubertät, was die Sache selten leichter macht.

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  • Mitte Deutschlands, mit dem Ballungsraum Rhein-Main

    Hessen

    Hessen lässt den Kindern in vielen Schulen zwei zusätzliche Jahre Zeit: Die Förderstufe in den Klassen 5 und 6 verschiebt die Entscheidung über den Bildungsgang nach hinten. Das ist pädagogisch sinnvoll und für Familien manchmal verwirrend, weil die Weichenstellung dann still über Kursniveaus läuft statt über einen sichtbaren Schulwechsel.

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  • Nordosten an der Ostsee, am dünnsten besiedeltes Bundesland

    Mecklenburg-Vorpommern

    Mecklenburg-Vorpommern hat die geringste Bevölkerungsdichte aller Bundesländer, und das prägt den Schulalltag stärker als jede Verordnung: lange Busfahrten, kleine Jahrgänge, wenige weiterführende Schulen je Landkreis. Ein privates Nachhilfeinstitut gibt es außerhalb von Rostock, Schwerin und Stralsund kaum.

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  • Nordwesten, zweitgrößtes Flächenland

    Niedersachsen

    Niedersachsen hat die meisten Schulformen im Angebot und überlässt die Wahl den Eltern. Das klingt entspannt, verlagert die Verantwortung aber vollständig in die Familie — ohne Notenhürde, aber auch ohne Sicherheitsnetz, wenn die Einschätzung daneben liegt.

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  • Westen, bevölkerungsreichstes Bundesland

    Nordrhein-Westfalen

    In Nordrhein-Westfalen entscheidet nicht der Übergang nach Klasse 4 über die Laufbahn, sondern der Qualifikationsvermerk am Ende von Klasse 10. Er hängt an einem festgelegten Notenbild in den Hauptfächern — zwei Vieren an der falschen Stelle, und die Oberstufe ist auf direktem Weg versperrt.

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  • Westen, zwischen Eifel, Hunsrück und Oberrhein

    Rheinland-Pfalz

    Die Realschule plus ist die rheinland-pfälzische Besonderheit: zwei Bildungsgänge in einer Schule, mit der Entscheidung über den angestrebten Abschluss im laufenden Betrieb statt an einem Stichtag. Für Kinder, die sich langsam entwickeln, ist das ein Vorteil — vorausgesetzt, jemand behält im Blick, welches Niveau gerade angesteuert wird.

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  • Südwesten an der Grenze zu Frankreich, kleinstes Flächenland

    Saarland

    Das Saarland hat sein System auf zwei Säulen reduziert und ist zugleich zum neunjährigen Gymnasium zurückgekehrt. Damit stehen derzeit zwei Generationen nebeneinander in der Schule, die unterschiedlich lange bis zum Abitur brauchen — und deren Stoffverteilung in der Mittelstufe nicht deckungsgleich ist.

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  • Osten, mit den Ballungsräumen Leipzig, Dresden und Chemnitz

    Sachsen

    Sachsen kombiniert eine an Noten gebundene Bildungsempfehlung mit dem Abitur nach zwölf Jahren. Beides zusammen macht die Mittelstufe dicht: Derselbe Stoff, den andere Länder auf neun Jahre verteilen, wird hier in acht untergebracht.

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  • Mitte-Ost, zwischen Harz, Altmark und Elbe

    Sachsen-Anhalt

    Sachsen-Anhalt gehört zu den Ländern mit Abitur nach zwölf Jahren und zugleich zu denen mit dem größten Unterrichtsausfall. Beides zusammen führt dazu, dass Stoff nicht nur schnell, sondern manchmal gar nicht behandelt wird — und Familien das erst bei der nächsten Klassenarbeit merken.

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  • Nördlichstes Bundesland, zwischen Nord- und Ostsee

    Schleswig-Holstein

    Schleswig-Holstein setzt auf zwei Schularten und hat den Übergang bewusst offen gehalten. Die Gemeinschaftsschule arbeitet mit Anspruchsebenen statt mit Bildungsgängen — welches Niveau ein Kind gerade bearbeitet, steht nicht im Schulnamen, sondern im Fach.

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  • Mitte Deutschlands, zwischen Thüringer Wald und Harz

    Thüringen

    Thüringen hält zwei Modelle nebeneinander: die klassische Regelschule, die Haupt- und Realschulabschluss unter einem Dach führt, und die Gemeinschaftsschule, die gemeinsames Lernen bis Klasse 8 ermöglicht. Welches vor Ort verfügbar ist, hängt vom Landkreis ab.

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Was das für die Vorbereitung bedeutet

In Ländern mit Notenhürde beginnt die entscheidende Phase im dritten Schuljahr, nicht im vierten: Die Noten, die in den Durchschnitt eingehen, entstehen über Monate. Wer erst im Januar der vierten Klasse reagiert, kommt in der Regel zu spät.

In Ländern mit Elternwille verschiebt sich die Aufgabe: Dort geht es nicht darum, eine Hürde zu nehmen, sondern darum, die Schulform realistisch einzuschätzen. Eine ehrliche Standortbestimmung ist in dem Fall wertvoller als Training.

Woran wir uns halten

Wir versprechen keinen Übertritt und kein Testergebnis. Was wir tun können, ist, den Stand in Deutsch und Mathematik sichtbar zu machen und gezielt an dem zu arbeiten, was fehlt.

Nach dem Wechsel: die ersten Monate

Der häufigste Einbruch kommt nicht im ersten Halbjahr, sondern im zweiten. Anfangs tragen Motivation und Wiederholungsphasen; wenn ab Frühjahr neuer Stoff in höherem Tempo kommt, zeigt sich, ob die Arbeitsweise mitgewachsen ist.

Deshalb lohnt sich Begleitung oft gerade dann, wenn die ersten Zeugnisse noch gut aussahen. Wie ein Wechsel in ein anderes Bundesland dabei hineinspielt, steht im Ratgeber unter Umzug in ein anderes Bundesland.

Fragen und Antworten

Kann man gegen eine Empfehlung anmelden?
In den Ländern mit Elternwille ja. Wo die Empfehlung an Noten hängt, gibt es stattdessen Probeunterricht, Aufnahmeprüfung oder ein Beratungsverfahren — die Landesseite nennt den Weg.
Ist ein späterer Wechsel möglich?
Ja, in allen Ländern, sowohl nach oben als auch nach unten. Der Aufstieg ist meist an Noten und manchmal an eine Probezeit gebunden.
Wie lange vorher sollte man anfangen?
Wo Noten zählen: etwa ein Jahr. Wo die Eltern entscheiden: sobald sich ein Fach dauerhaft im unteren Bereich einpendelt.
Zählt das Ergebnis eines Tests allein?
Nein. In Baden-Württemberg etwa greift der Potenzialtest nur, wenn Kompetenzmessung, Konferenz und Elternwunsch nicht zusammenpassen.

Erstgespräch anfragen

Bundesland, Klasse und Fach genügen für den Anfang. Daraus wird eine Einschätzung: was im dortigen Schulsystem ansteht, woran es hakt und wer dafür die passende Lehrkraft ist.

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