Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5, die ein benotetes Referat halten oder eine Präsentationsprüfung vor sich haben — und ihre Eltern.
Referat und Präsentationsprüfung
Eine Präsentation wird selten am Wissen gemessen, sondern daran, ob sie einen Gedanken verfolgt. Genau das fehlt den meisten, die zu viel Material zu wenig ordnen.
Wo Präsentationen zählen
In allen Ländern gehören Referate zur Leistungsbewertung, die Form ist aber verschieden geregelt. In Baden-Württemberg ist die GFS — gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen — am Gymnasium ein fester Bestandteil, in Berlin gehört eine Präsentationsprüfung zum Mittleren Schulabschluss, und in mehreren Ländern kann ein Teil der Abiturprüfung als Präsentation abgelegt werden.
Was in Ihrem Land für welchen Abschluss vorgesehen ist, steht auf den Landesseiten und bei der Schule. Die Vorbereitung ist überall dieselbe.
Fünf Schritte, in dieser Reihenfolge
1
Eine Leitfrage formulieren
Nicht „Die Französische Revolution“, sondern „Warum scheiterte die erste Verfassung?“ Eine Frage gibt dem Vortrag eine Richtung und der Lehrkraft einen Maßstab. Ohne sie entsteht eine Aufzählung.
2
Gliedern, bevor recherchiert wird
Drei bis vier Teile, die zur Antwort führen. Erst dann wird gesucht, und zwar gezielt. Wer umgekehrt anfängt, sammelt Material, das nirgends hinpasst.
3
Folien als Stütze, nicht als Text
Eine Aussage pro Folie, wenige Stichworte, ein Bild oder eine Grafik, wo es etwas zeigt. Wer abliest, verliert die Zuhörer und in der Regel auch Punkte für die freie Rede.
4
Laut proben, mit Uhr
Mindestens zweimal vollständig und laut. Fast jeder Vortrag ist beim ersten Durchgang zu lang; die Zeit wird in den meisten Bewertungsbögen ausdrücklich geprüft.
5
Die Rückfragen vorbereiten
Fünf Fragen aufschreiben, die man selbst stellen würde, und kurz beantworten. In Prüfungen entscheidet das anschließende Gespräch oft über eine ganze Notenstufe.
Quellen und Hilfsmittel
Wer Quellen angibt, zeigt Arbeit; wer sie weglässt, macht sich angreifbar. Eine kurze Liste auf der letzten Folie oder dem Handout genügt in der Mittelstufe. Texte aus dem Netz, auch von KI-Werkzeugen erzeugte, müssen als solche erkennbar sein — die Regeln dazu setzt die Schule, und sie werden zunehmend streng gehandhabt.
Die häufigste Schwäche
Der Schluss. Viele Vorträge enden mit „Danke fürs Zuhören“. Besser ist ein Satz, der die Leitfrage beantwortet. Er ist das, was im Gedächtnis bleibt, auch bei der Lehrkraft, die danach die Note einträgt.
Online üben
Ein Probevortrag per Video ist näher an der Prüfung, als es scheint: Man spricht zu jemandem, der zuhört, bewertet und nachfragt. Bei uns läuft das als eigene Stunde vor dem Termin, mit Rückmeldung zu Aufbau, Zeit und Rückfragen.
Kurz gefragt
Wie viele Folien braucht ein zehnminütiges Referat?
Darf man Karteikarten benutzen?
Mein Kind hat große Angst vor dem Vortrag.
Wie wird eine Präsentation bewertet?
Stand der Angaben: . Schulrechtliche Auskünfte ersetzen nicht das Gespräch mit der Schule.
Weiterlesen
- Die mündliche NoteDie mündliche Note macht in vielen Fächern die Hälfte aus. Woran Lehrkräfte Mitarbeit messen und wie stille Kinder sichtbar werden, ohne sich zu verbiegen.
- Mittlerer SchulabschlussMSA, Realschulabschluss, Fachoberschulreife: wie der mittlere Abschluss in den Ländern heißt — und wann er allein zur gymnasialen Oberstufe berechtigt.
- AbiturWo das Abitur nach zwölf und wo nach dreizehn Jahren abgelegt wird, wie zentral geprüft wird und an welchen Stellen Nachhilfe in der Oberstufe wirklich hilft.
Erstgespräch anfragen
Bundesland, Klasse und Fach genügen für den Anfang. Daraus wird eine Einschätzung: was im dortigen Schulsystem ansteht, woran es hakt und wer dafür die passende Lehrkraft ist.
- Zwanzig Minuten, ohne Kosten
- Feste Wochentermine ab dem Nachmittag
- Erst danach entscheiden Sie