Familien, deren Kind vor dem mittleren Abschluss steht und sich zwischen Oberstufe, beruflicher Schule und Ausbildung entscheiden muss.
Wege nach Klasse 10
Mit dem mittleren Abschluss öffnen sich mehrere Wege, und keiner davon ist eine Sackgasse. Die Entscheidung hängt weniger an den Noten als daran, wie ein Jugendlicher am besten lernt.
Die vier Hauptwege
Die Namen unterscheiden sich zwischen den Ländern, die Wege selbst sind überall ähnlich.
| Weg | Abschluss | Passt zu … |
|---|---|---|
| Gymnasiale Oberstufe an Gymnasium oder Gesamtschule | Allgemeine Hochschulreife nach zwei bis drei Jahren | breitem Interesse und der Bereitschaft, viele Fächer weiterzuführen |
| Berufliches Gymnasium (in manchen Ländern Fachgymnasium) | Allgemeine Hochschulreife mit Schwerpunkt, etwa Wirtschaft, Technik oder Gesundheit | einem klaren Interessengebiet und dem Wunsch nach Praxisbezug |
| Fachoberschule | Fachhochschulreife, meist nach zwei Jahren mit Praktikum | praktischem Denken und einem Studienwunsch an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften |
| Ausbildung, dual oder schulisch | Berufsabschluss; weiterführende Abschlüsse bleiben später möglich | dem Wunsch, zu arbeiten und Geld zu verdienen |
Welche Schulformen es im eigenen Land gibt, zeigen die Landesseiten; die Abschlussbezeichnungen stehen im Abschlussvergleich.
Wie man wählt
- Nach der Lernweise, nicht nur nach der Note. Wer abstrakten Stoff in vielen Fächern schwer erträgt, aber in einem Gebiet aufblüht, ist am beruflichen Gymnasium oder in der Fachoberschule oft besser aufgehoben als in der allgemeinen Oberstufe.
- Die Zugangsvoraussetzungen früh prüfen. Für die Oberstufe braucht es meist einen mittleren Abschluss mit einer Berechtigung oder einem Notenschnitt, berufliche Gymnasien haben eigene Anmeldefristen. Wer das erst im Frühjahr der 10 klärt, hat oft schon Fristen verpasst.
- Offen denken. Die Wege sind durchlässig. Nach der Fachhochschulreife lässt sich die allgemeine Hochschulreife nachholen, nach einer Ausbildung über Berufsoberschule oder Abendgymnasium ebenfalls.
- Mit dem Jugendlichen entscheiden. Ein Weg, der gegen den eigenen Willen eingeschlagen wird, endet häufiger im Abbruch als einer mit schwächeren Ausgangsnoten.
Wo Nachhilfe in dieser Phase hilft
Vor dem Abschluss geht es darum, die nötige Berechtigung sicher zu erreichen — meist entscheiden die Prüfungsfächer Deutsch, Mathematik und Englisch. Was dort geprüft wird, steht beim Mittleren Schulabschluss.
Nach dem Wechsel an eine neue Schule sind die ersten Monate die kritischen: neue Fächer wie Wirtschaftslehre oder Technik, ein anderes Tempo, Mitschüler aus verschiedenen Schulformen mit unterschiedlichem Stoffstand. Wie der Übergang in die Oberstufe abläuft, beschreibt der Beitrag Der Sprung in die Oberstufe.
Kurz gefragt
Ist das Abitur vom beruflichen Gymnasium weniger wert?
Kann man mit Fachabitur an die Universität?
Was, wenn die Noten für die Oberstufe knapp nicht reichen?
Stand der Angaben: . Schulrechtliche Auskünfte ersetzen nicht das Gespräch mit der Schule.
Weiterlesen
- Mittlerer SchulabschlussMSA, Realschulabschluss, Fachoberschulreife: wie der mittlere Abschluss in den Ländern heißt — und wann er allein zur gymnasialen Oberstufe berechtigt.
- Abschlüsse im VergleichAlle allgemeinbildenden Abschlüsse der 16 Länder in ihrer amtlichen Bezeichnung, mit Klassenstufe — plus die Frage, wo ein Name mehr bedeutet als anderswo.
- Der Sprung in die OberstufeEinführungsphase, Kurswahl, Punktesystem: Was sich beim Übergang in die Oberstufe ändert, welche Entscheidungen früh fallen und wo Landesrecht mitredet.
Erstgespräch anfragen
Bundesland, Klasse und Fach genügen für den Anfang. Daraus wird eine Einschätzung: was im dortigen Schulsystem ansteht, woran es hakt und wer dafür die passende Lehrkraft ist.
- Zwanzig Minuten, ohne Kosten
- Feste Wochentermine ab dem Nachmittag
- Erst danach entscheiden Sie