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Nachhilfe Wow

Eltern und Jugendliche, bei denen die Mathenote nach dem Wechsel in die Oberstufe abgerutscht ist.

Mathe in der Oberstufe

Der Einbruch kommt selten im Abiturjahr. Er kommt in der Einführungsphase, wenn zum ersten Mal Begründungen verlangt werden statt Rechenwege.

Warum die Oberstufe anders ist

In der Mittelstufe reicht es oft, ein Verfahren sicher auszuführen: ausklammern, gleichsetzen, einsetzen. In der Oberstufe wird gefragt, warum ein Verfahren zulässig ist und was das Ergebnis über den Sachverhalt aussagt. Wer nur Rechenwege gelernt hat, verliert genau hier Punkte, obwohl er richtig rechnet.

Dazu kommt das Tempo. Ein Halbjahr behandelt drei bis vier große Themen, jedes davon baut auf dem vorigen auf. Eine Lücke aus der Einführungsphase wandert deshalb bis ins Abitur mit, während sie in Klasse 8 nach einem Kapitel erledigt gewesen wäre.

Die drei Gebiete und ihre typischen Stolperstellen

  1. 1

    Analysis

    Ableiten und Integrieren sind schnell gelernt. Schwer ist der Übergang von der Rechnung zur Aussage: Was bedeutet ein Vorzeichenwechsel der zweiten Ableitung für den Verlauf, und wie begründet man das in zwei Sätzen?

  2. 2

    Analytische Geometrie

    Vektoren sind für viele der erste abstrakte Begriff im Fach. Wer sich nicht angewöhnt, jede Aufgabe zu skizzieren, rechnet an der Anschauung vorbei und merkt Fehler erst am unsinnigen Ergebnis.

  3. 3

    Stochastik

    Hier scheitert es selten an der Formel, sondern am Lesen: bedingte Wahrscheinlichkeit, mindestens-Aufgaben, Binomialverteilung. Die Aufgabe richtig zu übersetzen ist die eigentliche Leistung.

Was das Bundesland bestimmt

Für Mathematik ziehen die Länder ihre schriftlichen Abituraufgaben zu einem Teil aus einem gemeinsamen Aufgabenpool, den das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen bereitstellt. Die Grundanforderungen ähneln sich dadurch stärker als früher — die Auswahl, die Gewichtung und der Zuschnitt der Prüfung bleiben aber Ländersache.

Praktisch wichtiger ist das zugelassene Hilfsmittel: ob mit wissenschaftlichem Taschenrechner, grafikfähigem Rechner oder Computeralgebrasystem gearbeitet wird, entscheidet das Land und teils die Schule. Wer das Gerät nicht blind bedient, verschenkt in der Klausur Zeit, die zum Nachdenken gefehlt hat. Welche Regelungen im jeweiligen Land gelten, steht auf den Landesseiten.

Auch die Belegverpflichtung unterscheidet sich: In einigen Ländern ist Mathematik als Prüfungsfach gesetzt, in anderen nicht. Das ändert nichts am Stoff, aber an der Frage, wie früh man sich kümmern sollte.

Wie viel Vorlauf sinnvoll ist

  • Bei einer einzelnen schwachen Klausur: vier bis sechs Wochen gezielt an dem Thema, nicht mehr.
  • Bei durchgehend schwacher Note in der Qualifikationsphase: ab einem halben Jahr vor der Prüfung, sonst wird es ein Auffrischen statt eines Aufbaus.
  • Für den Leistungskurs: früh und mit einer Lehrkraft, die Oberstufenaufgaben selbst rechnet und nicht nur erklärt.
  • Vier Wochen vor dem Abitur beginnt keine Nachhilfe mehr, die Lücken schließt. Dann geht es um Prüfungsroutine, alte Aufgaben und Zeiteinteilung.

Ehrlich gesagt

Wenn im Grundkurs die Mittelstufenalgebra fehlt, ist das in zwei Monaten nicht nachzuholen und zugleich der Oberstufenstoff zu halten. In dem Fall arbeitet man an den Grundlagen und nimmt in Kauf, dass die nächste Klausur noch nicht gut wird.

Kurz gefragt

Reicht Nachhilfe im Abiturjahr noch?
Für Prüfungsroutine und Aufgabenformate ja. Für fehlende Grundlagen aus der Mittelstufe ist ein halbes Jahr das Minimum, besser ein Jahr.
Grundkurs oder Leistungskurs — macht das einen Unterschied?
Im Anspruch ja, im Vorgehen kaum. Der Leistungskurs verlangt mehr Tiefe bei Begründungen, der Grundkurs scheitert häufiger an der Rechentechnik aus der Mittelstufe.
Was ist mit dem Taschenrechner?
Das zugelassene Gerät gibt das Land oder die Schule vor. Eine Stunde Bedienung zu Beginn spart in jeder Klausur Minuten; wir üben damit, nicht daneben.
Mein Kind rechnet richtig und bekommt trotzdem wenige Punkte.
Dann fehlt meist die Begründung, nicht die Rechnung. Das ist gut trainierbar, weil es an der Darstellung liegt und nicht am Verständnis.

Erstgespräch anfragen

Bundesland, Klasse und Fach genügen für den Anfang. Daraus wird eine Einschätzung: was im dortigen Schulsystem ansteht, woran es hakt und wer dafür die passende Lehrkraft ist.

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