Eltern von Kindern mit einer Beeinträchtigung, Diagnose oder chronischen Erkrankung, die sich auf Unterricht und Prüfungen auswirkt.
Nachteilsausgleich und Notenschutz
Zwei Begriffe, die oft verwechselt werden. Der eine ändert die Bedingungen einer Prüfung, der andere ihre Bewertung — und beide gibt es nur auf Antrag.
Der Unterschied
| Nachteilsausgleich | Notenschutz | |
|---|---|---|
| Was sich ändert | Die Bedingungen: mehr Zeit, Hilfsmittel, Pausen, eigener Raum, andere Aufgabenform | Die Bewertung: bestimmte Leistungen werden nicht oder anders bewertet |
| Was gleich bleibt | Der Anspruch der Aufgabe — es wird dasselbe verlangt | Die übrigen Anforderungen |
| Beispiel | Zeitverlängerung bei Autismus oder einer Konzentrationsstörung, Laptop bei einer motorischen Einschränkung | Rechtschreibung wird bei einer Lese-Rechtschreib-Störung in anderen Fächern nicht gewertet |
| Im Zeugnis | In der Regel nicht vermerkt | Je nach Land mit Vermerk, besonders im Abschlusszeugnis |
Die Einzelheiten und Bezeichnungen regelt jedes Land selbst, meist in einer Verordnung oder einem Erlass zur individuellen Förderung.
Wer ihn bekommen kann
Grundsätzlich alle Schülerinnen und Schüler, deren Leistung durch eine Beeinträchtigung erschwert ist, die nichts mit dem geprüften Können zu tun hat: Lese-Rechtschreib-Störung und Rechenstörung, Autismus, ADHS, Seh- oder Hörbeeinträchtigung, körperliche Einschränkungen, chronische Erkrankungen wie Diabetes, vorübergehend auch Verletzungen.
Auf Lernschwierigkeiten ohne Diagnose, etwa eine allgemeine Schwäche in Mathematik, erstreckt er sich nicht. Dort helfen Förderung und Übung, nicht veränderte Prüfungsbedingungen.
Der Weg zum Antrag
1
Nachweis besorgen
Ein ärztliches, fachärztliches oder schulpsychologisches Gutachten, je nach Beeinträchtigung. Es sollte beschreiben, wie sich die Einschränkung im Schulalltag auswirkt, nicht nur die Diagnose nennen.
2
Mit der Schule sprechen
Klassenleitung oder Beratungslehrkraft kennen das Verfahren. Oft entscheidet die Klassen- oder Lehrerkonferenz, bei Abschlussprüfungen teils eine übergeordnete Stelle.
3
Maßnahmen konkret festlegen
Wie viel mehr Zeit, welche Hilfsmittel, in welchen Fächern. Je genauer das festgehalten ist, desto weniger muss vor jeder Arbeit neu verhandelt werden.
4
Vor Abschlussprüfungen erneut prüfen
Für zentrale Prüfungen und das Abitur gelten häufig eigene Fristen. Ein bestehender Nachteilsausgleich wird nicht automatisch übernommen.
Rechtzeitig
Ein Nachteilsausgleich wirkt nicht rückwirkend. Eine Arbeit, die ohne ihn geschrieben wurde, bleibt in der Regel bewertet. Wer eine Diagnose hat, sollte den Antrag zu Beginn des Schuljahres stellen.
Und die Nachhilfe?
Ein Nachteilsausgleich gleicht aus, er fördert nicht. Daneben braucht es oft gezielte Übung, zum Beispiel beim Arbeiten mit mehr Zeit, das selbst geübt werden will, oder in dem Fach, das die Beeinträchtigung am stärksten trifft. Wir richten die Stunden nach dem vorliegenden Befund aus, ersetzen aber keine Therapie.
Kurz gefragt
Steht der Nachteilsausgleich im Zeugnis?
Muss mein Kind die Diagnose der Klasse erklären?
Gilt der Nachteilsausgleich nach einem Schulwechsel weiter?
Stand der Angaben: . Schulrechtliche Auskünfte ersetzen nicht das Gespräch mit der Schule.
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