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Nachhilfe Wow

Eltern, deren Kind rechnen kann, aber bei Sachaufgaben und mehrteiligen Fragen Punkte verliert.

Wenn die Aufgabe das Problem ist

Ein großer Teil falscher Antworten entsteht vor der ersten Rechnung: beim Lesen. Das ist eine gute Nachricht, denn Lesen von Aufgaben lässt sich trainieren.

Drei Ursachen, die man auseinanderhalten sollte

  • Der Operator wird überlesen. Nennen, beschreiben, erläutern, begründen, bewerten — jedes Wort verlangt eine andere Antwortform und eine andere Länge. Wer immer dasselbe liefert, verliert bei der Hälfte der Aufgaben Punkte.
  • Die Frage wird nicht vollständig gelesen. Bei mehrteiligen Aufgaben hängt Teil b) oft von Teil a) ab. Wird a) übersprungen, ist b) nicht lösbar, obwohl der Stoff sitzt.
  • Fachbegriffe bedeuten etwas anderes als im Alltag. Masse, Körper, Spannung, Wurzel, Potenz: Der Alltagssinn führt in die Irre.

Diese drei Ursachen haben nichts mit Intelligenz zu tun und auch nur bedingt mit dem Fach. Sie betreffen Kinder mit deutscher Erstsprache genauso wie mehrsprachig aufwachsende — bei letzteren nur häufiger, siehe Deutsch als Zweitsprache.

Eine Methode, die in jedem Fach funktioniert

  1. 1

    Operator einkreisen

    Vor allem anderen: Was genau wird verlangt? Ein Wort, eingekreist, bevor irgendetwas gerechnet oder geschrieben wird.

  2. 2

    Gegeben und gesucht trennen

    Zwei Spalten auf dem Rand. Was steht im Text, was ist die Frage? Das deckt fehlende Angaben sofort auf.

  3. 3

    In eigenen Worten wiederholen

    Wer die Aufgabe nicht in einem Satz nacherzählen kann, hat sie nicht verstanden — und sollte nicht anfangen zu rechnen.

  4. 4

    Antwort gegen die Frage prüfen

    Zum Schluss die Frage noch einmal lesen und schauen, ob die Antwort sie beantwortet. Das kostet zwanzig Sekunden und rettet regelmäßig Punkte.

Das Verfahren wirkt banal, und genau deshalb wird es selten geübt. Nach etwa sechs Wochen konsequenter Anwendung ist es Gewohnheit.

Warum das in der Prüfung besonders zählt

In den zentralen Prüfungen aller Länder sind die Aufgaben sorgfältig nach Operatoren formuliert und die Bewertungsraster daran ausgerichtet. Eine inhaltlich richtige Antwort auf die falsche Frage bringt dort null Punkte — im laufenden Unterricht dagegen oft noch Teilpunkte.

Kurz gefragt

Ab welchem Alter kann man das üben?
Ab der dritten Klasse in vereinfachter Form. Die vollständige Operatorenarbeit beginnt sinnvoll ab Klasse 7.
Hilft mehr Lesen allgemein?
Ja, aber langsamer. Lesen bringt Wortschatz; die Aufgabenstruktur muss zusätzlich gezielt geübt werden.
Gibt es Listen mit Operatoren?
Die Länder veröffentlichen sie für die Abschluss- und Abiturprüfungen. Fragen Sie in der Schule nach der Liste, die dort verwendet wird.

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Bundesland, Klasse und Fach genügen für den Anfang. Daraus wird eine Einschätzung: was im dortigen Schulsystem ansteht, woran es hakt und wer dafür die passende Lehrkraft ist.

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