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Nachhilfe Wow

Eltern von Kindern zwischen Klasse 3 und 8, die langsam lesen, Gelesenes schnell vergessen oder Aufgaben nur halb erfassen.

Leseverständnis verbessern

Lesen gilt nach der Grundschule als erledigt. Tatsächlich ist es die Fähigkeit, an der ab Klasse 5 die meisten Fächer hängen — und die am seltensten gezielt geübt wird.

Zwei Fähigkeiten, die oft verwechselt werden

  1. 1

    Leseflüssigkeit

    Wörter schnell und ohne Anstrengung erkennen. Wer noch Silbe für Silbe entziffert, hat keine Aufmerksamkeit mehr für den Inhalt übrig. Hörbar ist das beim lauten Vorlesen: stockend, ohne Betonung, mit Neuansätzen.

  2. 2

    Textverständnis

    Aus dem Gelesenen einen Zusammenhang bilden: Wer handelt, warum, was folgt daraus? Kinder können flüssig lesen und trotzdem nach einem Absatz nicht sagen, worum es ging.

Die beiden brauchen verschiedene Übungen. Wer flüssig liest, aber wenig versteht, gewinnt nichts durch mehr Vorlesen. Wer stockend liest, dem helfen Verstehensstrategien noch nicht — erst muss das Entziffern leichter werden.

Kein Einzelfall

In der internationalen Grundschul-Lesestudie IGLU 2021 erreichte rund ein Viertel der Viertklässler in Deutschland den Mindeststandard im Lesen nicht. Ein Kind, das sich schwertut, ist also keine Ausnahme, und es ist früh genug, etwas zu tun.

Woran man es in anderen Fächern merkt

  • In Mathematik werden Rechnungen sicher gelöst, Sachaufgaben aber nicht — mehr dazu im Beitrag über Textaufgaben.
  • In Biologie, Geschichte und Erdkunde wird viel gelernt und wenig behalten, weil die Lehrbuchtexte nur überflogen werden.
  • Arbeiten werden nicht fertig, obwohl das Wissen da ist. Das Lesen der Aufgabenstellung frisst die Zeit.
  • Hausaufgaben dauern auffällig lange, besonders solche mit Arbeitsblättern.

Was sich üben lässt

ÜbungWofürWie oft
Lautlesen im Wechsel: ein Absatz das Kind, einer ein ErwachsenerFlüssigkeit und BetonungZehn Minuten, mehrmals pro Woche
Denselben kurzen Text dreimal lesen, mit ZeitFlüssigkeit; das Kind hört seinen eigenen FortschrittZwei- bis dreimal pro Woche
Nach jedem Absatz eine Überschrift findenDen Kern eines Abschnitts erfassenBei jedem Sachtext
Vor dem Lesen eine Frage an den Text stellenGezielt statt überfliegend lesenBei Lehrbuchtexten
Nach dem Lesen in drei Sätzen nacherzählenPrüfen, ob etwas angekommen istImmer, bevor Fragen beantwortet werden

Die ersten beiden Übungen zielen auf die Flüssigkeit, die übrigen auf das Verständnis.

Das Material muss nicht aus der Schule kommen. Sachtexte über ein Thema, das das Kind ohnehin interessiert — Fußball, Tiere, ein Computerspiel — tragen mehr als die Schullektüre, weil die Bereitschaft größer ist.

Wann Hilfe von außen sinnvoll ist

Wenn das Lesen in Klasse 4 oder 5 noch deutlich stockt, lohnt ein Gespräch mit der Schule, auch über die Frage, ob eine Lese-Rechtschreib-Schwierigkeit abgeklärt werden sollte. Nachhilfe ersetzt diese Abklärung nicht.

Geht es um Verstehensstrategien, ist Einzelunterricht gut geeignet: Im gemeinsamen Dokument lässt sich Absatz für Absatz markieren, zusammenfassen und nachfragen. Mehr zum Fach steht auf der Seite zur Deutsch-Nachhilfe.

Kurz gefragt

Mein Kind liest viel, versteht aber wenig. Wie geht das?
Oft wird schnell und überfliegend gelesen, vor allem bei Geschichten, bei denen die Handlung trägt. Bei Sachtexten fehlt dann die Gewohnheit, langsamer zu werden. Das lässt sich mit Fragen vor dem Lesen gut umstellen.
Helfen Hörbücher?
Für Wortschatz und Freude an Geschichten ja. Leseflüssigkeit trainieren sie nicht, dafür muss das Kind selbst lesen.
Wie viel sollte ein Kind pro Tag lesen?
Regelmäßigkeit zählt mehr als Menge. Fünfzehn Minuten täglich bringen mehr als eine Stunde am Wochenende.

Erstgespräch anfragen

Bundesland, Klasse und Fach genügen für den Anfang. Daraus wird eine Einschätzung: was im dortigen Schulsystem ansteht, woran es hakt und wer dafür die passende Lehrkraft ist.

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